Zum suchen hier tippen und mit Eingabe bestätigen

Warum Aktualität bei SEA so wichtig ist

Am Ball bleiben: Warum Aktualität bei SEA so wichtig ist

Im Suchmaschinenmarketing gibt es viele planbare Aspekte, die sich nach verschiedenen Faktoren richten. Das können saisonale Faktoren sein (wie etwa Weihnachten) oder auch lange geplante strategische Konzepte (wie etwa der Release eines neuen Produktes). Doch gerade beim Suchmaschinenmarketing wird häufig die Aktualität nicht bedacht. Es gibt viele Listen, die sich mit der generellen Wirksamkeit bestimmter Keywords beschäftigen, doch ein aktuelles Ereignis kann eine solche Konzeption von einer Minute auf die nächste komplett über den Haufen werfen. Bei jedem Großereignis steigen die Suchanfragen nach spezifischen Begriffen sprunghaft an. Die Schwierigkeit dabei ist, dass man solche Begriffe nicht im Voraus planen kann. Oder hatten Sie einen Begriff wie „Tsunami“ oder „Fukushima“ auf dem Schirm, bevor sich die jeweiligen Katastrophen ereigneten?

Immer auf der Höhe der Zeit bleiben

Ob ein bestimmtes Ereignis Auswirkungen auf die eigene SEA-Strategie haben kann und soll, hängt natürlich stark vom verkauften Produkt bzw. dem Unternehmen ab. Besteht irgendein Bezug zu dem Ereignis, sollte sofort gehandelt werden. Beim Thema Fukushima war das beispielsweise für alle Stromvergleichsseiten ein extrem wichtiges Ereignis. Plötzlich wollten alle Menschen Ökostrom und Informationen über die Katastrophe. Doch es muss längst nicht immer eine große Katastrophe sein. In Branchen, bei denen es einen ausgeprägten Wettbewerb gibt, gilt es, die Konkurrenz immer im Auge zu behalten und bestimmte Ereignisse zu seinen Gunsten auszunutzen.

Bleiben wir beim Thema Strom: Geht ein Anbieter plötzlich pleite, können andere Stromanbieter mit einer gezielten und schnellen SEA zu den gefragten Begriffen die Suchanfragen „abfangen“ und in einen eigenen Vorteil verwandeln, indem man dem Kunden vermittelt: „Das, was dort passiert ist, passiert bei uns garantiert nicht“. Ähnlich ist das bei Rückrufaktionen von Automobilherstellern. Der berühmte Elchtest hat Mercedes Ende der 90er in große Schwierigkeiten gebracht. Damals spielte SEA natürlich noch keine Rolle. Aber stellen wir uns ein solches Szenario in der heutigen Internet-Umgebung vor – jeder Konkurrent würde mit dem Begriff „Elchtest bestanden“ seine eignen Produkte im Handumdrehen den Vordergrund stellen können.

Nicht alles ist erlaubt

Bei einer solchen Vorgehensweise gibt es allerdings auch Fallstricke, die dafür sorgen können, dass das Suchmaschinenmarketing nach hinten losgeht. Sollte sich nämlich herausstellen, dass man ähnliche oder gar die exakt gleichen Probleme wie ein Konkurrent hat (z.B. durch gleiche Zulieferer, die für ein Versagen einer Komponente verantwortlich sind), tut man sich damit natürlich keinen Gefallen.Außerdem muss man bei der Wahl der Suchbegriffe auch rechtlich auf der sicheren Seite sein. Vermutlich werden im vorliegenden Beispiel viele Nutzer den Begriff „Mercedes A-Klasse“ in ihre Suche einbinden.

Da die Rechtslage bei der Buchung von Keywords, die Markenbegriffe eines Mitbewerbers enthalten, noch recht unklar ist, sollte man lieber vorsichtig vorgehen, um keine Abmahnungen zu riskieren. Ob eine eventuelle Markenbeschwerde des Rechteinhabers tatsächlich Erfolg haben würde, ist dabei nicht entscheidend, sondern vielmehr die Frage, ob man sich auf eine solche juristische Auseinandersetzung einlassen möchte.

Der gesunde Menschenverstand darf nicht fehlen

Es mag in anderen Ländern problemlos möglich sein, andere Marken in einem Anzeigentext zu nutzen, doch in Deutschland ist dies rechtlich umstritten. Bis keine eindeutige Grundsatzentscheidung zu diesem Thema vorliegt, ist Vorsicht angebracht. Besser ist es, dann die nicht geschützten Begriffe zu verwenden, die in diesem Zusammenhang wichtig sind (hier wäre das der Elchtest gewesen).

Wichtig ist in jedem Fall eine zeitnahe Reaktion auf Ereignisse. Das gilt umso mehr, wenn das eigene Unternehmen betroffen ist. Dann muss man schnell reagieren, um die Suchanfragen der Nutzer möglichst auf eigene Informationen zum Thema zu lenken und das Feld nicht den Konkurrenten zu überlassen. Je mehr Informationen die Kunden beim Hersteller oder Anbieter selbst finden, desto weniger werden sie auf Meldungen der Konkurrenz hören. Zu guter Letzt sollte natürlich auch der gute Geschmack nicht vergessen werden. Wenn beispielsweise ein Zug entgleist ist, sollte man direkt nach einer Zugkatastrophe als Busunternehmer nicht mit dem Slogan „Busse entgleisen nicht“ werben.

Es gilt: Je spektakulärer und je kurzlebiger das Ereignis, desto schneller muss reagiert werden. Die Reaktion muss jedoch nicht nur in marketingtechnischer Hinsicht einwandfrei sein, sondern auch aus rechtlicher und moralischer Sicht unanfechtbar bleiben, um Kunden nicht zu verprellen und keine rechtlichen Schwierigkeiten zu riskieren.

Über den Autor: Anna Gall Román

Kommentar schreiben